Kinderprojekte - Archiv

B1 | A40. Die Schönheit der großen Straße

Künstler|Planer|Architekten
Atelier Van Lieshout | NL
Finger | D
Jeanne van Heeswijk | NL
Internationale Kurzfilmtage Oberhausen
Ramun Liesch | Nikolas Buechi |CH
orange.edge | D
Rita McBride | USA
Modulorbeat | D
Martin Pfeifle | D
Peter Piller | D
Thomas Rentmeister | D
Christoph Schäfer | D
Boris Sieverts, Büro für Städtereisen | D
Andreas Wegner | D
Michael Zinganel, Michael Hieslmair | A
Fachbeirat
Dr. Brigitte Franzen, Direktorin Ludwig Forum, Aachen
Susanne Titz, Direktorin Museum Abteiberg Mönchengladbach
Frauke Burgdorff, Montag Stiftung Urbane Räume, Bonn
Jörg Stüdemann, Kulturdezernent der Stadt Dortmund
Dr. Karl Heinz Petzinka, RUHR.2010
Michael Gebbert, Straßen NRW
Kurator
Markus Ambach, Düsseldorf
Kooperationspartner
RUHR.2010 GmbH, StadtBauKultur NRW, Stadt Bochum (stellvertretend für die Anliegerstädte Duisburg, Mülheim, Essen, Bochum und Dortmund)
Förderer
Kunststiftung NRW
Thema
Gestaltqualität
Öffentlicher Raum
Ort
Ruhrgebiet Stadtraum B1/A40
Art
Ausstellung entlang der B1/A40
Laufzeit
12.06.2010 – 08.08.2010
Info
» www.ruhr2010.de

 

 

Als erste Zeichen des grundlegenden Umbaus der A40 sind auf lokaler Ebene der „Barcode A40“ (www.barcode-a40.de) in Bochum-Wattenscheid und „Das Wunder von Essen“ (www.orangeedge.de)  in Essen-Frohnhausen nach den Prinzipien des Gestalthandbuchs realisiert worden. Die Beleuchtung der Epiphanias Kirche in Bochum, einem Bauhaus-Bau aus den 20er Jahren, markiert eine der zentralen Stadteinfahrten Bochums.
Am Tag des Stilllebens A40 wurde ein weiteres, regionales Projekt aus dem Gestalthandbuch realisiert. Unter dem Titel „Ich bin einer von wir“ machen seitdem an sieben Brücken zwischen Unna und Moers kurze Texte auf die Eigenheiten des angrenzenden Stadtraums und der Region aufmerksam. Als regional verbindendes Element sind die Texte immer nach dem Schema: „Ich bin …“ aufgebaut. Die Eigenheiten des Stadtraums werden zur Projektionsfläche für die Eigenheiten der Menschen: „Ich bin voller Ideen“ verweist auf den größten Technologie-Park in Deutschland und einen der Motoren des Strukturwandels im Ruhrgebiet. „Ich bin mitten drin“ ist ein Hinweis auf die zentrale Lage Essens im Ruhrgebiet, aber auch die zentrale Lage des Ruhrgebiets in Europa. Das „Tor zur Welt“ verweist auf den größten Binnenhafen Europas und das Ruhrgebiet als Drehkreuz, in dem sich Waren und Kulturen treffen: „Ich bin Europa“!
Ein Text schert aus diesem Schema aus: „Wir sind guter Fußball“. In der ewigen Bestenliste der Bundesliga liegen „wir“ uneinholbar vorn.

Am Samstag, den 12. Juni 2010, eröffnete das Kulturhauptstadtprojekt B1|A40 – natürlich direkt am Ruhrschnellweg: auf dem Parkplatz des Kult-Tuners D&W. Bis zum 08. August 2010 haben die Besucher und Bewohner der Ruhrregion die Möglichkeit, die Ausstellung mit umfangreichem Begleitprogramm am Ruhrgebietsboulevard zu erleben.

Die A40 ist die lange, unbekannte Mitte der Metropolregion Ruhr, gesäumt von einer Million Anwohner und täglich befahren von über 100.000 Menschen. Im Dialog mit Künstlern, Planern, Kulturwissenschaftlern und den Aktiven vor Ort entsteht mit B1|A40 eine Ausstellung direkt im Kontext, mit der das Verhältnis von Dezentralität, Mobilität und öffentlichem Raum unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts erforscht wird. An sechs Orten entstehen beispielhaft Räume, die dem Besucher die großen Themen des Stadtraums A40 eröffnen, gleichzeitig zeigen Netzwerkprojekte, wie der Raum aus planerischer Sicht neu gedacht werden kann. Entlang der A40 ist im Schatten der Kernstädte eine eigenwillige räumliche Situation entstanden. B1|A40 führt die Besucher in diese neuen zukunftsweisenden Landschaften. An Rastplätzen, in Einkaufszentren und Wohngebieten entlang der Straße überschneiden sich die geografischen und sozialen Teil-Räume des Ruhrgebiets. Nirgendwo sonst kreuzen die Kulturen jedweder Couleur so ungezwungen wie hier, finden religiöse, ethnische und kulturelle Gruppen einen offenen Raum für ungewöhnliche Begegnungen.

Das Projekt befragt diese Zwischenräume und Raumgefüge auf ihre Strukturen und deren Bedingungen hin: Wie generieren sich Räume jenseits zielgerichteter Planungsinteressen und Nutzungszuordnungen? Welche Räume entstehen unter den Bedingungen weitgehender Unsichtbarkeit und relativer Selbstverantwortung ihrer Protagonisten? Wie wirkt sich das Fehlen politischer Aufmerksamkeit auf die Gestaltung von Räumen aus? Entwickeln sich andere Ökonomien unter diesen speziellen „klimatischen“ Bedingungen? Bieten selbst regulierte Räume auch übertragbare Lösungsvorschläge für die Planung und welche Vermittlungsleistungen sind hier notwendig?

Weiterhin auch Fragen von internationaler Bedeutung: Wohin entwickelt sich Stadt zwischen Dezentralität, Netzwerk und Metropole? Welche Schnittmengen sind zwischen globalen und lokalen Strukturen möglich? Wie entwirft sich Stadt unter den Bedingungen beschleunigter Aktualisierungsintervalle, akuter Landflucht und metropolem Identitätsverlust? Welche Formen der Teilhabe und Selbstverantwortung bietet die dezentrale Flächenstadt seinen Bewohnern?

B1|A40 untersucht diese Fragen im interdisziplinären Dialog mit Künstlern, Planern, Architekten, Wissenschaftlern und Anliegern direkt im Kontext des Stadtraums A40. Die Ergebnisse dieser Arbeit manifestieren sich in einer Ausstellung zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010 vom 12.06.2010 bis 08.08.2010 mit umfangreichem Programmteil. Die Ausstellung umfasst ein  weites Spektrum an Äußerungsformen. Von Installationen, Interventionen, Performances, Führungen, Fotografischen Arbeiten und Recherchen bis zu architektonischen Projekten und planerischen Umsetzungsstudien stehen interdisziplinäre und progressive Ausstellungsformate im Vordergrund.

 

Konzept, 5 Orte: Ausstellungen in der Ausstellung

Die Ausstellung findet auf der A40 von Duisburg bis Dortmund entlang einer Choreografie von fünf verschiedenen Spielorten statt. Sie verdichten sich zu „Ausstellungen in der Ausstellung“, die geschlossene Teilbereiche des Projektthemas abbilden.

Aktuell
Projekte

Orte

Autobahnkreuz Kaiserberg, Duisburg

Rhein-Ruhr-Zentrum, Mülheim

Zentrum Essen

Dückerweg Bochum

Stadtkrone Dortmund

 

Themen

 „Neue Landschaften – Neue Strategien“
„Globallokal – Neue Ökonomien“
„Neue Zentren – dezentral“
„Roadmovie Ruhr – Die große Erzählung“
„Die Stadt und die Straße – Neue Geschichte “

Neue Landschaften – Neue Strategien: ABK Kaiserberg, Duisburg
Durch das Verschmelzen der Ruhrstädte wird der Stadtraum A40 unvermittelt von der Peripherie zum Zentrum, zum urbanen Boulevard der neuen Metropolregion. Im unsichtbaren Umfeld des Autobahnkreuzes Kaiserberg, wo das Fehlen des politischen und ökonomischen Interesses einen nahezu rechtsfreien Raum entstehen ließ, sind längst ungeahnte neue Landschaften entstanden. Seine Anwohner haben gezeigt, daß dieser schwierige Raum neue Chancen bietet. B1|A40 führt den Besucher zu  diesen Orten und Menschen, zeigt ihren endlosen Einfallsreichtum im Umgang mit prekären Lebenssituationen und entwickelt mit ihnen Ideen für die neue, dezentrale Ruhrregion.

Globallokal – Neue Nähen: Rhein-Ruhr-Zentrum, Mülheim
Gerade aus der unmittelbaren Nähe lokaler und globaler Nachbarschaften ergibt sich entlang der großen Straße ein vielschichtiger, vitaler Stadtraum. Die Autobahn als Transit verbindet sich mit lokalen Ereignissen der Stadt wie die Global Player mit lokaler Produktion. An Rastplätzen, in Einkaufszentren und Wohngebieten trifft aufeinander, was sonst getrennt ist - und findet zu erstaunlich leichtem Miteinander. Die Straße wird der große Vermittler und Pate globallokaler Begegnungen, Partner- und Freundschaften, zum städtischen Raum Europas.

Roadmovie Ruhr – Neue Erzählungen: Dücker Weg Bochum
All diese Erfahrungen, Geschichten und Möglichkeiten verschmelzen auf der Straße zur großen Erzählung, zum “Roadmovie Ruhr 2010”, für das das Projekt das Drehbuch schreibt. In diesen Film holt B1|A40 wirklich alle: die Besucher der Kulturhauptstadt, die Region, die städtischen Nachbarn, die Menschen vor Ort. Sie alle sind Zuhörer, Komplizen, Macher und Erzähler einer Region, die sich entlang der „Großen Straße“ neu erfindet. Sie denken gemeinsam diesen Stadtraum weiter - als die neue große Mitte der Region.

Neue Wege – Neue Straßen: Entlang der großen Straße
Wie geht Planung auf die schwierigen Bedingungen eines hochverdichteten Verkehrskorridors ein? Welche Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich, wenn die Sicherheit bei 100 km/h im Vordergrund steht? Kann man zwischen Geschwindigkeit und Ort vermitteln? In exemplarischen Projekten aus dem soeben entstehenden Gestalthandbuch der Stadtplanergruppe orange.edge zeigen sich Antworten auf diese Fragen als manifest gebaute Umwelt.

Infrastruktur und Typologien
Neben diesen Arbeiten entstehen ausstellungsspezifische Infrastrukturelemente und dem Straßenraum entlehnte Typologien, die die Ausstellung im Stadtraum vermitteln. Diese sind im Besonderen:

Empfangsorte
An jedem Spielort entsteht ein „Empfangsort“, der Anlauf- und Informationspunkt ist. Diese Orte werden im Wesentlichen von Architekten gestaltet.
Beispiele: Cafeterrasse bei Delikatfisch Braun, Ladenlokal GLOBALLOKAL, Ostkurve Essen- Freiheit, Motel Dückerweg, Autobahnkirche Bochum

Wanderwege
Auf spezifisch markierten Rundwegen wird der Besucher von einem festen Anlaufpunkt (Parkplatz) am jeweiligen Spielort durch den jeweiligen Ausstellungsort geführt
(z.B. Wanderweg Landschaftspark Kaiserberg DU, Rundweg Dückerweg/Vietingstrasse)

Veranstaltungsorte
Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches Programm bereichert. Filmscreenings, Vorträge, Diskussionen, Workshops und Konzerte finden direkt im Straßenraum statt. Dafür werden verschiedene Einrichtungen innerhalb der Ausstellungsprojekte gegründet:

  • Autokino Dückerweg
  • AVL- Motel Dückerweg
  • Public Stage Rhein Ruhr Zentrum
  • Auditorium Dückerweg
  • Autobahnkirche Bochum