Kinderprojekte - Archiv

Die Kampagne SEHEN LERNEN



Träger
StadtBauKultur NRW
Kooperationspartner
Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (ehem.), Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung und Bauwesen des Landes NRW, Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Thema
Gestaltqualität
Öffentlicher Raum
Art
Internetplattform
Temporäre Architektur
Publikationen
Ort
Städte in Nordrhein-Westfalen
Laufzeit
2007 ff.
Info
» www.baukultur-abc.de

» www.sehenlernen.nrw.de

BAUKULTUR ABC

» www.baukultur-abc.de

SEHSTATION Die erste SEHSTATION startete am 06. August 2008 in Münster.
Aktuelle Infos unter
» www.sehenlernen.nrw.de

 

 

Das Bewusstsein für die gebaute Umwelt in Deutschland ist nicht sehr stark ausgeprägt. Die Straßen und Brücken, Plätze und Bauten unserer Städte werden von den Stadtbewohnern meist als gegeben angesehen – die vorhandenen bzw. nicht vorhandenen Qualitäten nur unbewusst wahrgenommen, aber selten erkannt. Die Kampagne SEHEN LERNEN will die Öffentlichkeit für ihre gebaute Umwelt sensibilisieren, einen gedanklichen Austausch anregen und für qualitätvollen Städtebau werben. Mit SEHEN LERNEN ist keinesfalls nur visuelle Geschmacksbildung gemeint. Vielmehr soll dem interessierten Bürger übermittelt werden, wie sehr sich gebaute Qualität auf die eigene Lebensqualität auswirkt.

Auch soll nicht einfach der Finger auf vermeintlich Schönes oder Hässliches gerichtet werden. Zu einem gelungenen Gebäude oder Stadtraum gehört mehr als nur sein Äußeres. Sprich, man sieht seine Stadt nicht nur mit den Augen, sondern erspürt sie mit allen Sinnen. Neben der Gesamtgestaltung des Platzes ist die richtige Nutzung mindestens genauso wichtig; dies ist sehr einfach an den Orten unserer Wochenmärkte nachzuspüren. Auch die einen Platz umgebenden Gebäude und deren Nutzung wie der Umgang mit dem Verkehr auf den Straßen spielen neben einladendem Stadtmobiliar an den richtigen Stellen aus ansprechendem Material eine große Rolle, ob und wann ein städtischer Platz von den Bürgern angenommen wird.

Nach einem erfolgreichen Kampagnenauftakt in 2008 – Münster, Duisburg, Essen und Aachen –  startete am 04. Juni 2009 in Oberhausen die SEHSTATION ihre zweite Tour durch Nordrhein-Westfalen. Die SEHSTATION thematisierte in dem Jahr zudem in Siegen, Lemgo, Bonn und Düsseldorf weitere Facetten der Baukultur und veranschaulichte diese für die Stadtbewohner vor Ort an konkreten, räumlichen Situationen. Am 30. April 2010 wird die SEHSTATION in Rheda-Wiedenbrück eröffnet, bevor sie weiter nach Dortmund und Bielefeld reiste. Das Finale der SEHSTATION findet am 24. September 2010 in Köln statt. Begleitende Veranstaltungen unterstützten den Dialog zwischen Fachleuten und Bürgern. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website www.sehenlernen.nrw.de.

Die Kampagne SEHEN LERNEN ist mehrjährig und bis zum Jahr 2010 angelegt.

Die temporäre, 7 x 7 x 12 Meter große begehbare Installation aus unbehandeltem Nadelholz schafft mit ihren einladenden Treppenstufen inmitten der Städte einen für jedermann offenen Ort der Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum. Durch ihre besondere Gestaltungsqualität wird der Begriff der Baukultur auch für den Laien überzeugend in ein plakatives Bild übersetzt. Eigens für die Städte zusammengestellte Hörcollagen, die durchgehend in der SEHSTATION zu hören sind, lassen Bürger und Fachleute zum ausgewählten Standort zu Wort kommen. Die SEHSTATION wird durch zehn überdimensionale, in der Stadt verstreute farbige FENSTER ergänzt.

„Neue Perspektiven erschließen Überraschendes, lenken den Blick auf Bekanntes und Unbekanntes. Sie ermöglichen, das Umfeld neu zu entdecken und räumliche Qualitäten oder Missstände wahrzunehmen“, so der Augsburger Architekt Andy Brauneis, der die SEHSTATION gemeinsam mit Nicolette Baumeister aus München und Christian Schüller aus Gersthofen im Rahmen eines Wettbewerbs entworfen hat. Über die SEHSTATION wird erlebbar, warum wir uns an manchen Orten wohl fühlen und an manchen nicht, warum wir bestimmte Plätze aufsuchen, uns gern dort aufhalten und warum wir andere meiden.

SEHEN LERNEN besteht aus drei Bausteinen: dem digitalen BAUKULTUR ABC im Internet, der mobilen SEHSTATION in Städten des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Broschüren und Faltblättern für interessierte Bewohner, Kinder und Jugendliche.

 
Aktuell
Projekte

Baustein 1: BAUKULTUR ABC
Das fotografische BAUKULTUR ABC im Netz richtet den Blick auf die Vielzahl der von Stadtplanern, Architekten und Designern gestalteten Orte, Häuser, Plätze und Landschaften in unseren Städten. Die dynamische Website will zum Hingucken auffordern, in dem sie Ausschnitte von Städten zeigt, und zwar unzensiert. Es geht nicht um gut oder schlecht, schön oder hässlich, sondern um eine Bestandsaufnahme und eine geschärfte Wahrnehmung. Das BAUKULTUR ABC funktioniert wie ein virtuelles Bilderbuch – ohne Worte. Auf Wunsch lassen sich jedoch zusätzliche Infotexte unten auf der Internetseite aktivieren. Doch auch Spielen kann die Wahrnehmung schärfen. Deshalb gibt es ab sofort drei verschiedene Spiele in jeweils drei Schwierigkeitsstufen für Kinder ab acht Jahren. Einfach den Button "Ich will spielen" anklicken und loslegen mit dem Kartenspiel ›Memo‹, bei dem Bildpaare zugeordnet werden müssen, dem Fehlersuchspiel ›Ich sehe was, was du nicht siehst‹ oder dem Puzzle ›KlickKlickKlick‹, bei dem Bilderschnipsel in die richtige Position gebracht werden sollen.

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Baustein 2: SEHSTATION
Die SEHSTATION ist eine mobile Architektur, die den Blick auf Gelungenes und Misslungenes in unseren Städten richtet. Über die Standorte wird erlebbar gemacht, wie und warum wir uns an manchen Orten wohl fühlen und an manchen nicht, warum wir bestimmte Orte aufsuchen, uns gern dort aufhalten und warum wir andere meiden. Ist es die Gestalt eines Platzes, die für Wohlfühlen und Leben sorgt? Sind es Geschäfte, Restaurants und Läden, die viel wichtiger sind für einen lebendigen Ort? Was macht einen guten Platz aus, warum gibt es auch Plätze, die gut gestaltet, aber doch menschenleer bleiben? Ein in 2007 ausgeschriebener Ideenwettbewerb unter Architekten, Designern und Künstlern lieferte die mobile SEHSTATION von Andy Brauneis, Architekt aus Augsburg.

Der Projektbaustein SEHSTATION wurde in das Bundesprogramm „Nationale Stadtentwicklungspolitik“ als Pilotprojekt aufgenommen. Mit Unterstützung durch den Bund konnten in 2009 drei der insgesamt fünf Städte angesteuert werden.

Jurymitglieder
Prof. Dr. Christoph Brockhaus | Direktor Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum Duisburg
Achim Dahlheimer | Ministerium für Bauen und Verkehr Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Lutz Fritsch | Künstler, Köln
Dr. Gregor Jansen | ZKM Museum für neue Kunst, Karlsruhe
Hartmut Miksch | Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen
Michael von der Mühlen | Stadtdirektor Gelsenkirchen
Prof. Christa Reicher | Universität Dortmund, Fakultät Raumplanung
Ulrike Rose | Geschäftsführerin Europäisches Haus der Stadtkultur, Gelsenkirchen
Rainer Sachse | scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf

Beratende Partner
Magdalena Leyser-Droste, Runrid Fox-Kämper | ILS GmbH, Aachen
Darius Djahanschah | LWL, Amt für Landschafts- und Baukultur, Münster
Katja Aßmann | RUHR.2010 GmbH, Essen
Prof. Dr. Karl Ganser | Breitenthal

Beratendes Büro/Wettbewerb/Standortauswahl
scheuvens + wachten, Prof. Rudolf Scheuvens

Das Auftaktkolloquium zur SEHSTATION fand am 23. August 2007 im stadtbauraum Gelsenkirchen statt. Folgende fünf Teilnehmer hatten sich für die Ideenwerkstatt qualifiziert: osa_office for subversive architecture | Wien, Darmstadt, London; realities:united, Berlin; Andy Brauneis | Augsburg; Andreas Kaiser mit Andreas Fritzen | Köln; Studio integral, Axel Steinberger | Zürich.
Am 20. November 2007 trafen sich die Juroren zur ersten Jurysitzung. Die 2. Jurysitzung und Auftragsvergabe erfolgte am 21. Januar 2008.

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Baustein 3: Broschüren
Die Broschüren, dritter Baustein im Rahmen der Kampagne, gehen tiefer ins Detail. Sie sind leicht verständlich geschrieben, anschaulich bebildert und liefern Hintergrundinformationen. Die Programmpublikationen sind rund um die SEHSTATION erhältlich und widmen sich dem jeweiligen thematischen Schwerpunkt.