Temporäre
Stadt an besonderen Orten

Städtebauliches Symposium am 31. Oktober 2008 im stadtbauraum, Gelsenkirchen

mit
Prof. Christa Reicher, TU Dortmund
Prof. Karl-Heinz Petzinka, Künstlerischer Direktor RUHR.2010
Assoc. Prof. Dr. Mona El-Khafif, California College of the Arts, San Francisco
Prof. Bernd Borghoff, Universität Siegen
Prof. Dr. Ihsan Bilgin, Bilgi University, Istanbul
Dr. Elke Ritt, British Council, Berlin
Prof. Dr. Bálint Bachman, Universität Pécs
Jan Kampshoff und Marc Günnewig, modulor beat, Münster
Prof. Uli Exner, Universität Siegen
Kurt Smetana, Quartiersmanagement Ottakring, Wien
Ömer Kanipak, Istanbul 2010
Andrea Knobloch, Künstlerin, Düsseldorf
Prof. Andreas Kaiser, Künstler, Fachhochschule Mainz
Christoph Hölters, Stadtentwicklung Duisburg
Susanne Titz, Museum Abteiberg, Mönchengladbach
Tamás Szalay, Pécs 2010
Assoc. Prof. Dr. Zeynep Enlil, Yildiz University, Istanbul
Prof. Andreas Fritzen, Hochschule Bochum
Ulrike Rose, StadtBauKultur NRW
Katja Aßmann, StadtBauKultur NRW/RUHR.2010

moderiert von
Josip Sosic, Pressesprecher Stadt Duisburg

 

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RÜCKBLICK Symposium & Workshop | Duisburg 2008/2009
Symposium Kulturhauptstädte Europas 2010: Ruhrgebiet – Istanbul – Pécs
Kann eine temporäre architektonische Intervention im öffentlichen Raum Impulsgeber sein für städtebauliche Visionen?

Welchen Stellenwert hat Temporäre Architektur in der aktuellen Diskussion und der heutigen Planungspraxis – auch im Gegensatz zu bereits bestehender Architektur? Was kann Temporäres in der Stadtentwicklung heute leisten? Welchen Stellenwert haben die Nutzergruppen mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen und kulturellen Hintergründen? Wie lässt sich ein temporärer Eingriff als Initialzündung für eine Aktivierung und Umgestaltung eines städtischen Raumes nutzen? Was ist der Mehrwert von Temporärem? Fragen, die von den Vortragenden während des Symposiums am 31. Oktober 2008 im Gelsenkirchener stadtbauraum diskutiert und den teilnehmenden Studenten als Aufgabenstellung mitgegeben wurden.
Temporäres ist auf kommunaler Ebene bisher kaum vorgesehen. Dabei kann ein zeitlich begrenzter Eingriff in den öffentlichen Raum Impuls gebend sein für die Initiierung neuer städtebaulicher Qualitäten im öffentlichen Raum. Der sich in einem ständigen Veränderungsprozess befindende gebaute Stadtraum verändert seine bestehende Bausubstanz im Zuge von zwei bis drei Generationen immer wieder. Einen Gegensatz von temporärer zu bestehender Architektur gibt nicht, beides kann nebeneinander bestehen. Temporäre Architektur wird vorhandene nicht verdrängen, sondern punktuell ergänzen und Dynamik in die Wandlungsprozesse von Stadtbauraum bringen, in zeitgemäßere, sich verändernde Nutzungsansprüche der Stadträume.
Was kann am Ende der Auseinandersetzung um einen Eingriff in den öffentlichen Raum der Duisburger Innenstadt stehen? Der studentische Wettbewerb und seine Ergebnisse konnten auch den von Foster & Partners entwickelten Masterplan für die Stadt Duisburg in Frage stellen. Denn ein Masterplan entwirft ein langfristiges Bild, das Temporäre macht prägnante Aussagen zum aktuellen Zustand und hat den Anspruch, Impulse zur Korrektur der langfristigen Planung zu geben. Die Installation von temporärer Architektur im öffentlichen Raum soll Menschen zum nachdenken anregen, zum agieren und reagieren und einen Diskurs in Gang setzen, der am Ende auch ergebnisoffen sein kann.

Themenstellung des laufenden tri-nationalen studentischen Wettbewerbs: Anbindung des Duisburger Binnenhafens an die Innenstadt
Im Jahr 2010 wird das Areal Duisburg, die drittgrößte Stadt des Ruhrgebiets mit knapp 500.000 Einwohnern und dem größten Binnenhafen Europas, „Hafen der Kulturhauptstadt“ RUHR.2010 sein. Die seit Jahrhunderten vielfältigen Wechselbeziehungen von Hafen und Stadt sind mit Blick auf die historische Innenstadt und den nördlich angrenzenden Hafen Thema der dritten Staffel der Projektreihe „Temporäre Stadt an besonderen Orten“. Beide Stadträume sind Teil des vom britischen Architekturbüro Foster & Partners erarbeiteten Masterplan für die Duisburger Innenstadt. Mit der Umnutzung und Entwicklung des Duisburger Innenhafens zu einem innovativen Stadtraum, dessen Strahlkraft weit über Grenzen Duisburgs hinausreicht, sollen die historische Innenstadt und der Binnenhafen nach und nach zusammenwachsen. Es bedarf allerdings neuer Verknüpfungspunkte, neuer Wege und Gestaltungen, um den Binnenhafen zu einem integrierten Bestandteil der Innenstadt Duisburgs werden zu lassen. Im Rahmen des tri-nationalen studentischen Wettbewerbs sollten Lösungen entwickelt werden, die unter besonderer Berücksichtigung des öffentlichen Raumes um Rathaus und Salvatorkirche eine Verbindung von Binnenhafen und Altstadt auf zeitgemäße Art angehen.

Die historische Innenstadt Duisburgs ist trotz fußläufiger Nähe zum Innenhafen getrennt durch einen vom Autoverkehr bestimmten Verkehrsraum. Diesen für die Fußgänger zurück zu erobern und den Blick auf den Burgplatz zu öffnen, im Kontext des städtebaulichen Gesamtkonzeptes, ist das Ziel des Wettbewerbs. Für die temporäre Realisierung dieses Studentenwettbewerbs wählte die international besetzte Jury aus den Einreichungen der sechs teilnehmenden Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen, Istanbul und Pécs den Beitrag der beiden Studierenden der TU Dortmund, Fakultät Raumplanung, Anna Lerch und Mavie Lakenbrink, mit dem Titel "Wetterumschwung in Duisburg - neues Klima in der Innenstadt". Aus einer „Shared-Space-Lösung“, die eine Erweiterung der Fußgängerzone mit Aufenthaltsqualitäten vorsieht, werden mögliche gestalterische Veränderungen des Verkehrsraumes an dieser Stelle überprüft, die Diskussion darüber in die konkrete Stadtplanung Duisburgs übergehen. Vom 12. bis 26. September 2010 wird es einen "Wetterumschwung" in Duisburg geben.

 

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